Feuerwehrführungskräfte Oberfrankens tagten im Landkreis Kronach / Neukenroth

Die Führungskräfte der Feuerwehren Oberfrankens tagten auf Einladung der Regierung von Oberfranken am vergangenen Wochenende in Neukenroth. Neben der Vizepräsidentin der Regierung aus Bayreuth war auch ein Vertreter des Staatsministeriums des Innern anwesend. Kreisbrandrat Sandor Aladi aus Coburg und Kreisbrandinspektor Reiner Disselberger aus Forchheim wurden verabschiedet.

 

Verabschiedung Kreisbrandrat Sandor Aladi - v. links: Bezirksverbandsvorsitzender Herrmann Schreck, Kreisbrandrat Sandor Aladi und stellv. Vorsitzender Joachim Ranzenberger

Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin konnte zu Beginn der Tagung neben den Kreisbrandräten und Kreisbrandinspektoren Oberfrankens Landrat Oswald Marr, Bürgermeister Albert Rubelt sowie den Leiter der Polizeiinspektion Kronach, Uwe Herrmann, recht herzlich begrüßen.

In Ihrem Grußwort verdeutlichte sie die Bedeutung und die Wichtigkeit des Digitalfunks für die Rettungskräfte bzw. für die Polizei und die damit verbundenen Schwierigkeiten in der Geografie von Oberfranken. Damit verbunden sind die nun immer intensiver werdenden Vorbereitungsmaßnahmen im Bereich der Standortfindung von Funkmasten und Relaisstationen. Hier sind alle Organisationen der Rettungs- und Hilfskette  aufgerufen zusammenzuarbeiten, damit die geforderten Standards erreicht und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet werden kann. Im Bereich der Feuerwehrschulen müssen auch neue Standards erarbeitet werden, denn der Bedarf in den Feuerwehren wächst immer mehr und die Kapazitäten der Schulen werden eher weniger.

Gemeinsam mit Regierungsdirektor Weishar verabschiedete sie Kreisbrandrat Sandor Aladi aus Coburg, da dieser aufgrund des Erreichens der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausschied. Als Nachfolger von Aladi begrüßte sie Manfred Lorenz, bisheriger Kreisbrandinspektor, als neuen Kreisbrandrat für den Landkreis Coburg. Ihm rückt im Amt des Kreisbrandinspektors Reinhard Hartung nach. Verabschiedet wurde auch Kreisbrandinspektor Reiner Disselberger aus dem Landkreis Forchheim.

Aus der Hand von Bezirksverbandsvorsitzenden Schreck erhielten die neuen Steckkreuzträger Franz Gareis (Lkr. Kulmbach), Friedrich Riemer (Lkr. Bamberg), Manfred Lorenz (Lkr. Coburg), Rolf Höfner (Neustadt b. Coburg), Gerhard Bergmann (Lkr. Wunsiedel), Heinrich Stamm (Kulmbach) und Armin Meyer (Lkr. Bayreuth) ein Geschenk des Verbandes Oberfranken. Das Steckkreuz für besondere Verdienste um das Feuerwehrlöschwesen wurde bereits im vergangenen September von Regierungspräsident Wilhelm Wenning im Namen des Staatsministers des Inneren verliehen.

Kreisbrandrat Herrmann Schreck forderte als Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbands Oberfranken auf, ständig für Nachwuchs in den Wehren zu werben. Zwar sind im Bereich der Jugendfeuerwehren noch Zugänge zu verzeichnen, jedoch unter Berücksichtigung der momentanen Altersstruktur sind auch geringere Zahlen vorprogrammiert. Die Jugendfeuerwehren Oberfrankens haben im vergangenen Jahr insgesamt 40821 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung, 17167 Stunden allgemeine Jugendarbeit durchgeführt sowie 2274 ganztägige Ausbildungen und Freizeiten abgehalten. In den Jugendfeuerwehren sind zurzeit 5337 Jugendliche in 618 Wehren organisiert. Die Zahl der Mädchen ist auf 457 angestiegen.

Erfreut zeigte sich Schreck auch über die neuen Regelungen im Bereich des Führerscheinwesens für Hilfskräfte in den Feuerwehren. Damit ist es nun möglich, dass Feuerwehrler mit dem Führerschein der Klasse B (beschränkt auf 3,5 Tonnen) künftig nach einer verbandsinternen Ausbildung Feuerwehrfahrzeuge bis 4,75 Tonnen zulässigen Gesamtgewicht fahren dürfen. Da aus Sicht der bayerischen Hilfskräfte diese Ausnahmeregelung aber noch nicht ausreichend ist, wird zurzeit eine Bundesratsinitiative durch die Staatsregierung vorbereitet.

Ministerialrat Dolle berichtete in seinen Ausführungen über die Neuordnung der Ausbildung der sogenannten „vorbenannten Einsatzleiter“ aus den Bereichen Feuerwehr, BRK, THW und anderen Hilfsorganisationen. Hier ist für die Zukunft angedacht, die Aus- und Fortbildung den aktuellen Anforderungen anzupassen und eine 5-jährige Zertifizierung einzuführen.

Polizeihauptkommissar Herbert Gröschel vom Polizeipräsidium Oberfranken referierte über die Pressearbeit der Feuerwehren. Den Schwerpunkt seiner Ausführungen bildeten die zahlreich veröffentlichten Einsatzbilder. Den Feuerwehren muss klar sein, so Gröschel, dass mit der Veröffentlichung durchaus auch Probleme verbunden sein können. Nicht jeder, der Opfer eines Brandes oder Unfalls ist, wünscht die Veröffentlichung der Schadensbilder. Hier steht das Recht am eigenen Bild im Vordergrund. Bei Verstößen müssen die Wehren bzw. die Verantwortlichen der Internetseiten mit Schadenersatzansprüchen rechnen. Ungeachtet dieser Tatsache darf man auch nicht vergessen, dass die frühzeitige Veröffentlichung von Bildern die Ermittlungsbehörden wie Polizei oder Staatsanwaltschaft durchaus behindern können.

Danach berichtete Frau Veterinäroberrätin Iris Fuchs der Regierung von Oberfranken über Aufgaben der Feuerwehren bei der Rettung von landwirtschaftlichen Nutztieren bei Schadensfällen in der Tierhaltung. Hier sind die Feuerwehren besonders gefordert, denn der Einsatz beginnt hier in aller Regel bereits mit den Vorplanungen in ruhiger Zeit. Zentrale Fragen sind hier unter anderem immer wieder die Art und die Zahl der Tiere, die baulichen Beschaffenheit der Ställe und die Mechanismen der Sicherungs- bzw. Rückhalteeinrichtungen der Tiere. In diesem Bereich erinnerte sie auch an die Anschaffung verschiedener Gerätschaften wie z.B. Blenden, Kälberstricke oder Tragekörbe für den Transport von Kleintieren.

Ein Vortrag von Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf aus dem Landkreis Kronach über die Ölwehr an der Ködeltalsperre bei Nordhalben rundete die Tagung am Samstag ab.

Am Sonntag schloss sich an die Dienstbesprechung eine Bezirksverbandsversammlung unter der Leitung des Bezirksvorsitzenden Herrmann Schreck an. Im Verband waren zum Jahreswechsel 75622 Mitglieder organisiert.

KBR Schreck  berichtete über die Möglichkeiten eines Aufenthaltes im Feuerwehrheim Bayerisch Gmain  und Änderungen im Bereich der Facharbeit. Unter anderem wurde im Bereich der Brandschutzerziehung ein Modul-Prinzip eingeführt. Künftig sind für die jeweiligen Altersgruppen und Schulformen zugeschnittene Unterlagen und Unterrichte vorgesehen.

In den Jahren 2010 bis 2013 wird der Landesfeuerwehrverband Bayern gemeinsam mit der Versicherungskammer Bayern an alle Landkreise und kreisfreien Städte einen Beleuchtungsballon, den Powermoon, zur Unterstützung der örtlichen Einsatzleiter und Unterstützungskräfte übergeben. Mit dem Powermoon können Einsatzstellen taghell ausgeleuchtet werden, damit den Einsatzkräften ein gefahrloses Arbeiten möglich ist.

Während sich die Führungskräfte die Schulbank drückten, hatten die Ehefrauen und Lebenspartnerinnen die Möglichkeit, den Landkreis Kronach und seine Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Zunächst ging es in das Flakonglasmuseum Kleintettau, die königlich privilegierte Porzellanmanufaktur Tettau und die Lauensteiner Confiserie in der Fischbachsmühle bei Ludwigsstadt.

Die geehrten Steckkreuzträger Oberfrankens - v. links: Bezirksverbandsvorsitzender Schreck, Heinrich Stamm, Gerhard Bergmann, Manfred Lorenz, Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin, Franz Gareis, Rolf Höfner und stellv. Bezirksvorsitzender Ranzenberger