Atemschutzausbildung unter realen Bedingungen im Landkreis Kronach – Feuerwehrler im Flammenmeer

Pressig – Um im sogenannten Innenangriff beim Brandeinsatz richtig reagieren und arbeiten zu können bedarf es sehr viel Ausbildung und Training. Die Feuerwehren des Landkreises Kronach hatten kürzlich die Gelegenheit, in einem „Flashover Container“, einer mobilen holzbefeuerten Brandsimulationsanlage, zu üben und ihr Wissen zu festigen.

 

Diese Anlage, die von der Versicherungskammer Bayern zur Verfügung gestellt wird bot den Feuerwehrlern die Möglichkeit, unter realistischen Bedingungen einen Zimmerbrand zu bekämpfen. Die Wehrmänner und Frauen aus 13 Feuerwehren absolvierten dabei zunächst eine einstündige theoretische Ausbildung, in der das Wissen über die Gefahren der Rauchgasdurchzündung (Flashover) bzw. der Rauchgasexplosion (Backdraft) vermittelt wurde. Erkennen der Gefahr, Beurteilen der Rauchschichten und das richtige Bekämpfen des Feuers bildeten dabei die Ausbildungsschwerpunkte.

Im Praxisteil mussten die Lehrgangsteilnehmer zunächst mit dem richtigen Umgang mit einem Hohlstrahlrohr, einem wichtigen Werkzeug zur Abwehr einer Rauchdurchzündung, vertraut gemacht. Wichtig ist hier, dass so wenig Wasser wie möglich bei einem Einsatz in geschlossenen Räumen verwendet wird. Aus einem Liter Wasser entstehen bis zu 1700 Liter Wasserdampf! Und genau dieser Wasserdampf ist der größte Gegner im Kampf gegen das Feuer. Verbrühungen sind dann unabwendbar und die vorgehenden Einsatzkräfte geraten in höchste Lebensgefahr.

Simuliert wurde ein Zimmerbrand von der Entstehung bis zum Vollbrand, bei dem die Ausbilder absichtlich Rauchgasdurchzündungen herbeiführten. Hier züngeln viele kleine Flammen dicht über den Helmen der eingesetzten Trupps. Bei Temperaturen bis über 800°C im Deckenbereich des Containers sowie den sehr eingeschränkten Sichtverhältnissen hat jeder Teilnehmer einen Flashover erfolgreich bekämpft.  Die Feuerwehrleute gerieten dabei oftmals an die Grenzen der Belastbarkeit.

 

Atemschutzgeräteträger aus folgenden Wehren nahmen am Lehrgang teil: Pressig, Rothenkirchen, Lahm, Wilhelmsthal, Ludwigsstadt, Marktrodach, Steinberg, Knellendorf, Steinwiesen, Steinbach a. Wald, Kleintettau und Stockheim.