Angenommener Gefahrgutunfall in Pressig – Übung der Feuerwehren aus Pressig, Kronach, Rothenkirchen und Steinbach a. Wald

PressigBei einer Großübung der Feuerwehren aus Pressig, Kronach, Steinbach am Wald und Rothenkirchen konnten die eingesetzten Feuerwehrleute die schnelle und zielorientierte Zusammenarbeit bei Unfällen mit Gefahrstoffen trainieren. Annähernd 80 Feuerwehrmänner und Frauen bekämpften unter der Einsatzleitung von Andre Stadelmann, FF Pressig, den angenommenen Gefahrgutunfall auf dem Gelände eines Industriebetriebes in Pressig. Vertreter der Polizei, des Marktes Pressig, des Landratsamtes und der Kreisbrandinspektion konnten sich vom Können überzeugen. 

Kurz nach 10.00 Uhr hieß es bei der Alarmierung „Auf dem Gelände der Firma PECA, Industriestraße, steht ein Lkw, bei dem eine Verpackung defekt ist und eine graue Substanz läuft aus – eine Person liegt verletzt neben dem Lkw“. Sofort rückte die örtliche Feuerwehr Pressig aus und erkundete die Lage auf dem Firmengelände. Während sich ein Trupp mit schwerem Atemschutz ausrüstete und zur Menschenrettung vorging, wurde vom Einsatzleiter Stadelmann die Feuerwehr Rothenkirchen zum Aufbau einer Wasserversorgung zum Einsatzort alarmiert.

 

Der Verletzte wurde zunächst aus dem Gefahrenbereich verbracht und zur Übergabe an den Rettungsdienst vorbereitet. Aufgrund der vorgefundenen Gefahrzettel bzw. Verpackungseinheiten konnten die Wehrleute den Stoff bestimmen und weitere Maßnahmen einleiten. Da es sich um Arsensäure handelte, wurde der sogenannte Dekonzug der Feuerwehr Kronach und die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung der Feuerwehr Steinach a. Wald nach alarmiert. Der Einsatzort wurde weiträumig abgesperrt.

Nach Eintreffen am Einsatzort baute die Feuerwehr Kronach, unter der Leitung von stellv. Kommandant Christian Lieb in nur wenigen Minuten die Dekontaminationsstation und ein weiteres Großraumzelt auf. Parallel dazu rüsteten sich Atemschutztrupps mit Chemieschutzanzügen (CSA) aus und sicherten gemeinsam mit den Trupps der Feuerwehr Pressig das Gefahrgut. Mit einem betriebseigenen Gabelstapler wurden die unbeschädigten Kartonagen aus dem Lkw entladen und in sicherer Entfernung abgestellt. Dieser Vorgang gestaltete sich besonders schwierig, da der Fahrer des Gabelstaplers, der in einem CSA-Anzug steckte, sich nur auf die Zeichen seines Kameraden verlassen musste.

 

Nach etwa einer Stunde konnte Einsatzleiter Andre Stadelmann feststellen, dass das Gefahrgut gesichert und die verletzte Person nach Dekontamination dem Rettungsdienst übergeben wurde.

Im Anschluss mussten alle eingesetzten CSA-Trupps ebenfalls die Dekon-Schleuse durchlaufen, bevor die Anzüge separat verpackt werden konnten.

Kreisbrandmeister Ralf Weidenhammer sowie die Kreisausbilder Karl-Heinz Pohl und Wolfgang Weidenhammer von der Feuerwehr Kronach fungierten unter den wachsamen Augen von Kreisbrandrat Ranzenberger als Schiedsrichter und bewerteten die Übung als durchaus positiv. Es hat sich gezeigt, so Ranzenberger, dass die Feuerwehren alle auf einem hohen Ausbildungsniveau sind und sich gegenseitig im Einsatz ergänzen. Nur so ist es möglich, dass Gefahren dieser Art schnell und zielorientiert bekämpft werden können.

Ein besonderer Dank galt der Firma Peca Verbundtechnik, vertreten durch Herrn Frank, sowie der Spedition Dauer, die zum einen das Gelände und zum anderen den Lkw zur Verfügung stellten. Nur so ist es möglich, so Weidenhammer, dass die Wehren realitätsnah üben und sich auf den Ernstfall vorbereiten können